Christoph Martin

Flechtwerkgestalter & Gärtnermeister

Ein paar Worte zum beruflichen Werdegang

Nachdem ich die Gärtnermeisterprüfung 1999 in Hannover abgelegt habe, war ich lange Jahre als Baustellenleiter in Planung, Kalkulation und Ausführung für hochwertige Gartenanlagen, sowie als Ausbilder in privatwirtschaftlich geführten Betrieben, aber auch bei sozialen Trägern in Hannover, Bremen und Oldenburg tätig.

In dieser Zeit habe ich erste Flechterfahrungen mit Weidenbauten sammeln können. Ab 2012 habe ich mich intensiv mit Hilfe von Flechtkursen, aber auch autodidaktisch mit dem Flechthandwerk auseinandergesetzt. Um meine Arbeiten im Bereich Flechthandwerk zu professionalisieren beschloss ich 2015 die Ausbildung zum Flechtwerkgestalter (ehemalige Berufsbezeichnung Korbmacher) zu absolvieren. Zunächst besuchte ich hierfür die Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels / Franken (Sept. 2015 - Feb. 2016), an der eine schulische Ausbildung möglich ist. Da mir eine betriebliche Ausbildung sinnvoller erschien, wechselte ich im Februar 2016 die Ausbildungsstelle. In Dalhausen bei der Korbmacherei von Ursula und Hansgerd Butterweck konnte ich viele praktische Erfahrungen sammeln, die mir die Schule so nicht bieten konnte.

Am 6.07.2017 habe ich meine Prüfung vor den Prüfungsausschuss der HWK Stuttgart als einziger Korbmacherlehrling in Deutschland, der im Handwerksbetrieb ausgebildet wurde, mit der Note sehr gut bestanden.

Am 1.10.2017 erfolgte die Gewerbeanmeldung, und seit dem bin ich als selbstständiger Flechtwerkgestalter tätig.

 

Flechtausbildung in Zahlen

Juli 2017 Abschlussprüfung Flechtwerkgestaltung / Prüfungsausschuss der HWK Stuttgart

Feb. 2016- Juli 2017 Fortsetzung der Ausbildung zum Flechtwerkgestalter bei Ursula und Hansgerd Butterweck in Beverungen/ Dalhausen, Mitgestaltung Flechtkurse und Märkte

Okt.2015- Feb. 2016  Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung Lichtenfels

 

Fortbildung Kursteilnahmen

2019 Freie Form auf katalanischen Boden bei Klaus Seyfang im Rahmen des Regio Treffens Nord des Vereins Flechtwerk im Weidenzentrum/ Padingbüttel

2018 Nansa - Mediterrane Fischreusentechnik bei Mònica Guilera / Katalonien im Rahmen des Flechtsommers Dalhausen

2017 Traditionelle Spankörbe aus Galizien bei Carlos Fontales im Rahmen des Flechtsommers Dalhausen

2016 Bienenkorb flechten (Lüneburger Stülper) im Weidenzentrum /Padingbüttel

2016 Irisch Creel ( Irische Flechttechnik) bei  Michael Thierschmannn im Rahmen des Flechtsommers Dalhausen

2014  dreiwöchige Italienreise, Körbe in Perigord-Technik und Flechtwerke in mehrweidiger Schicht auf katalanischem Boden  mit ungeschälter Weide bei Alexandra Marks /Ligurien

2013 Spiralförmiger Lampenschirm ( Burkina Faso- Flechttechnik) bei Alexandra Marks Blühendes Barock /Ludwigsburg

2012 Flechtgrundkurs Weidenzentrum Wurster Nordseeküste bei C. Reuter / Padingbüttel

2012 Kurse runder Henkelkorb und Rahmenkörbe bei H.W. Kirschmann / Bremen

 

Mitgliedschaften

- Verein Flechtwerk ein bundesweiter Zusammenschluss von professionellen 

   Flechtwerkgestaltern und Flechtinteressierten

- Verein Weidenzentrum Wurster Nordseeküste e.V.

- Eingetragenes Mitglied der Handwerkskammer Oldenburg

 

Darstellung der eigenen Tätigkeiten

Auch wenn ich während meiner Flechttätigkeit mit verschiedenen Materialien (Peddigrohr, Stroh, Binsen und Späne) experimentiert habe und in meiner Ausbildung zum Flechtwerkgestalter die Arbeit mit weißer (geschälter Weide) eine meiner Hauptaufgaben darstellte, liebe ich die Arbeit mit ungeschälter naturbelassener Weide. Die verschiedenen Weidensorten bieten ein reiches Farbspektrum an, aber auch die Farbspiele, die Nuancen innerhalb eines Weidenzweiges sind wunderbar.

Ich arbeite hierbei mit verschiedenen Flechttechniken, die in verschiedenen Ländern und Regionen ihren Ursprung haben (Deutschland/ Frankreich/ Spanien/ Irland/ Burkina Faso und Uganda). Die Vielfalt von Möglichkeit grade im Bezug auf die Flechtweisen sind unfassbar groß, bieten aber so auch die Möglichkeit an, Flechtwaren herzustellen, wie sie hierzulande unüblich sind, die aber eine für mich besondere Schönheit besitzen. Flechtwaren aus Weiden können immer noch nicht maschinell hergestellt werden, sind also im wahrsten Sinne reine Handarbeit. Kopfarbeit ist dann die Planung und Verknüpfung von Techniken und Materialien. Hierbei versuche ich, meinen Geflechten eine besondere Form zugeben, die sie zu Unikaten werden lassen. Ich arbeite sowohl mit geschwungenen organischen Formen, die manchmal schief und asymmetrisch sind , als auch  mit symmetrische Formen, die aber nicht den bekannten und  traditionellen Formen entsprechen sollen . Wichtig ist , wie ich es nenne das „ Durchflechten“ der gewollten Form,d.h. ich kann  nicht einen Korb gerade flechten und ihn im nachhinein schief drücken, da das Geflecht dann lückenhaft und instabil würde. Jeder Flechtschlag zählt und bestimmt so die Form!

Mein besonderes Interesse gilt zur Zeit der Weiterentwicklung der Korbtaschen und Rücksäcken aus Weiden. Spannend fände ich hierbei zum Beispiel auch die Verknüpfung meiner Weidenarbeiten mit textilen Elementen. Auch die Verknüpfung Weide und Holzelemente (z.B. Treibholz)  soll weiter fortgesetzt werden.

Um mein „Überleben“ zu sichern, biete ich Flechtkurse, Reparaturarbeiten Stuhl- und Korbgeflechte, Auftragsarbeiten nach Maß , aber auch Weidenflechtwerke für den Garten an.